Von unseren niederländischen Nachbarn lernen – Netzwerk für Menschen mit Behinderung der CDU NRW besucht das Centrum Inclusieve ArbeidsOrganisatie (CIAO) in Maastricht
Wie können mehr Menschen mit Behinderungen dauerhaft auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden? Welche Rolle spielen Arbeitgeber, Wissenschaft und Politik dabei? Und welche innovativen Ansätze gibt es in unseren europäischen Nachbarländern?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Netzwerk für Menschen mit Behinderung der CDU Nordrhein-Westfalen bei einem intensiven Besuch des Centrum Inclusieve ArbeidsOrganisatie (CIAO) an der Universität Maastricht. Der Termin fand im Rahmen unserer landesweiten Dialogtour „Zuhören. Verstehen. Inklusion gestalten.“ statt.
Ziel der Tour ist es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die Inklusion täglich gestalten – in Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Verbänden und der Selbstvertretung. Dabei wollen wir nicht nur Herausforderungen benennen, sondern vor allem erfolgreiche Lösungsansätze kennenlernen und gemeinsam weiterentwickeln.
Grenzüberschreitender Austausch als Chance
Für mich war dieser Besuch weit mehr als ein fachlicher Termin. Er war auch persönlich von besonderer Bedeutung.
Ich habe selbst einige Zeit im niederländischen ’s-Hertogenbosch (Den Bosch) die Schule besucht und spreche bis heute fließend Niederländisch. Umso mehr hat es mich gefreut, den Austausch in der Sprache unseres Nachbarlandes führen zu können.
Nordrhein-Westfalen und die Niederlande verbindet weit mehr als eine gemeinsame Grenze. Unsere Regionen sind wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell eng miteinander verflochten. Gerade deshalb bin ich überzeugt, dass wir auch beim Thema Inklusion noch stärker voneinander lernen können.
Arbeit neu denken – Potenziale statt Defizite
Im Mittelpunkt unseres Besuches stand der wissenschaftliche Ansatz des Centrum Inclusieve ArbeidsOrganisatie (CIAO).
Die Grundidee ist ebenso einfach wie überzeugend: Nicht Menschen müssen sich zwangsläufig an bestehende Arbeitsplätze anpassen – vielmehr können Arbeitsplätze und Arbeitsprozesse so gestaltet werden, dass unterschiedliche Fähigkeiten optimal genutzt werden.
Hierzu analysieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Unternehmen bestehende Arbeitsabläufe. Aufgaben werden neu strukturiert, sinnvoll verteilt und an den jeweiligen Kompetenzen der Beschäftigten ausgerichtet. Dadurch entstehen neue Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen, die bislang oftmals keinen Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt gefunden haben.
Dieser Ansatz schafft eine klassische Win-win-Situation:
Inklusion als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor
Besonders beeindruckt hat uns, dass Inklusion in Maastricht nicht ausschließlich unter sozialen Gesichtspunkten betrachtet wird.
Sie wird vielmehr als Bestandteil moderner Personalentwicklung und zukunftsfähiger Unternehmensorganisation verstanden.
Gerade angesichts des demografischen Wandels und des steigenden Fachkräftebedarfs wird deutlich, dass wir auf die Potenziale von Menschen mit Behinderungen nicht verzichten können.
Inklusion ist deshalb keine freiwillige Zusatzaufgabe, sondern eine Investition in die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes.
Was wir für Nordrhein-Westfalen mitnehmen
Die Gespräche in Maastricht haben deutlich gemacht, dass viele erfolgreiche Ansätze nicht auf umfangreichen gesetzlichen Änderungen beruhen.
Vielmehr geht es darum,
Diese Erfahrungen möchten wir in die politische Arbeit des Netzwerks für Menschen mit Behinderung der CDU Nordrhein-Westfalen einbringen.
Gerade im engen Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Betroffenen entstehen Lösungen, die langfristig tragfähig sind.
Mein Fazit
Der Besuch in Maastricht hat erneut gezeigt, wie wichtig der Blick über die Landesgrenzen ist.
„Ein inklusiver Arbeitsmarkt ist keine Frage des Mitleids oder der Wohlfahrt. Er ist Ausdruck einer leistungsfähigen Gesellschaft, die das Potenzial jedes Menschen erkennt und nutzt. Wer Menschen mit Behinderungen echte Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt eröffnet, stärkt gleichzeitig unsere Wirtschaft, begegnet dem Fachkräftemangel und fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“
Ebenso bin ich überzeugt:
„Als CDU wollen wir Chancen eröffnen, Eigenverantwortung stärken und Teilhabe ermöglichen. Dazu gehört auch die Bereitschaft, erfolgreiche Modelle aus unseren europäischen Nachbarländern kennenzulernen und zu prüfen, wie wir sie sinnvoll auf Nordrhein-Westfalen übertragen können.“
Mein herzlicher Dank gilt dem gesamten Team des Centrum Inclusieve ArbeidsOrganisatie (CIAO) für die außerordentlich herzliche Gastfreundschaft, den offenen Dialog und die spannenden Einblicke in ihre wissenschaftliche Arbeit.
Der Besuch in Maastricht hat uns darin bestärkt, diesen Weg konsequent weiterzugehen – mit Offenheit für neue Ideen, mit wissenschaftlicher Expertise und mit dem festen Willen, Inklusion nicht nur zu fordern, sondern konkret zu gestalten.